01.04.2012 | Originalien
Atemwegssicherung: Nur etwas für Experten?
Untersuchung der Effektivität der Atemwegssicherung durch medizinische Laien
Erschienen in: Notfall + Rettungsmedizin | Ausgabe 3/2012
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Hintergrund
Die endotracheale Intubation (ETI) gilt als Goldstandard der Atemwegssicherung; sie erfordert jedoch ein hohes Maß an praktischen Fähigkeiten und regelmäßiges Training. Mehrere Studien zeigten hohe präklinische Fehlintubationsraten mit deletärem Ausgang für die betroffenen Patienten. Ziel dieser Untersuchung war es festzustellen, ob die Anwendung supraglottischer Atemwegshilfsmittel (SAH) nach minimaler Trainingsphase auch durch medizinische Laien möglich ist, um darüber eine suffiziente Beatmung durchzuführen.
Material und Methoden
Am Phantom wurde nach einmaliger Demonstration die Platzierung von 3 SAH durch Laien und medizinisches Fachpersonal durchgeführt. Primärer Endpunkt war der Zeitraum bis zur ersten erfolgreichen Beatmung mit dem jeweiligen Hilfsmittel in Bezug auf das jeweilige Qualifikationsniveau.
Ergebnisse
Auch Personen ohne medizinische Vorkenntnisse können eine erfolgreiche Platzierung bestimmter SAH nach minimalem Trainingsaufwand durchführen. Hierbei konnte der Larynxtubus von den 3 untersuchten SAH im Median am schnellsten platziert werden (LT 11,3 s vs. LMA 11,8 s vs. CT 20,5 s). Es konnten signifikante Trainingserfolge im Rahmen der Versuchswiederholung nachgewiesen werden (Durchgang 1 vs. 2 für alle SAH p<0,0001). Die Platzierung des Larynxtubus durch Laien unterscheidet sich nicht signifikant von der Performance des Fachpersonals (p<0,43 bzw. p<0,08).
Schlussfolgerung
Die Platzierung mancher SAH kann mit vergleichsweise geringem Aufwand geschult und sicher durchgeführt werden. Expertise erfordert die korrekte Indikationsstellung, Komplikationsbeherrschung und Durchführung der Lagekontrolle. Weitere präklinische Studien sollten überprüfen, ob SAH der endotrachealen Intubation bezüglich der Erfolgsrate überlegen sind.
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