Um die Autonomie und die Patientensicherheit von Pflegeheimbewohnern zu verbessern und potenziell vermeidbare Krankenhauszuweisungen aus Pflegeeinrichtungen zu reduzieren, soll die Handlungssicherheit von Pflegefachpersonen bei notfallmedizinischen Entscheidungen gesteigert werden.
Welche notfallmedizinischen Elemente für die Patientenbeurteilung, die interprofessionelle Abstimmung und die pflegefachliche Entscheidung über die Weiterversorgung von Pflegeheimbewohnern bei Notfällen können empfohlen werden?
Die Erarbeitung und Konsentierung der notfallmedizinischen Elemente war in den Entwicklungsprozess von übergeordneten Handlungsempfehlungen zur Wahl der Weiterversorgung bei Notfällen integriert. Sie erfolgte durch eine interprofessionelle Arbeitsgruppe in einem iterativen Vorgehen aus Datenerhebung und -analyse, Literaturrecherche und Entwicklung.
Für die Patientenbeurteilung durch Pflegefachpersonen wurde ein ABCDE-Pflegenotfallassessment entwickelt. Für die interprofessionelle Abstimmung der Weiterversorgung wurden vier Optionen beschrieben. (1) Einbindung des Rettungsdiensts ohne vorherigen Arztkontakt, (2) ärztliche Entscheidung innerhalb von 4 h oder (3) spätestens am nächsten Werktag und (4) Weiterversorgung in der Pflegeeinrichtung ohne externe Abstimmung. Für spezifische Notfallsituationen wurden Kriterien für die Wahl der Weiterversorgung empfohlen.
Die notfallmedizinischen Elemente knüpfen an der Versorgungsrealität bei Notfällen in Pflegeeinrichtungen an und können die verfügbare Evidenz für Entscheidungen über die Weiterversorgung für Pflegefachpersonen besser nutzbar machen. Eine Übertragung auf andere Gesundheitsfachberufe wird für ambulante Kontakte von Notfallsanitätern diskutiert.