01.08.2010 | Originalarbeit
Lernen komplexer sprachlicher Strukturen im höheren Erwachsenenalter
Ein Vergleich von vier Altersgruppen über die Lebensspanne und eine Analyse begünstigender Bedingungen für den Lernerfolg
Erschienen in: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie | Ausgabe 4/2010
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Können Personen im höheren Erwachsenenalter komplexe sprachliche Strukturen genauso gut lernen wie jüngere Menschen, wenn ihre Bildungsvoraussetzungen vergleichbar sind? Gibt es begünstigende Bedingungen für den Lernerfolg im Alter? Bei einer Stichprobe von 321 gut ausgebildeten Personen im Alter zwischen 15 und 79 Jahren wurde der Erwerb von Kenntnissen über Stilmerkmale in literarischen Texten unter drei Lernbedingungen (explizit, implizit und inzidentell) untersucht. Weder im Lernerfolg noch in der Verbalisierbarkeit des Gelernten zeigte sich eine Unterlegenheit der älteren Erwachsenen im Alter zwischen 60 und 79 Jahren gegenüber 3 Gruppen von jüngeren Personen: Schülern der gymnasialen Oberstufe im Alter von 15 bis 19 Jahren, Studierenden im Alter von 21 bis 30 Jahren und Erwachsenen im mittleren Alter zwischen 35 und 59 Jahren. Eine zusätzliche Analyse, die noch 15 weitere, weniger gut ausgebildete ältere Personen einschloss, ließ erkennen, dass eine höhere schulische und berufliche Qualifikation, ein Lebensalter unter 70 Jahren sowie ein höheres Ausmaß an Aktivitäten die Lernleistungen begünstigten.
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