01.06.2010 | Personalia
Frau Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Ursula Lehr zum 80. Geburtstag
Erschienen in: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie | Ausgabe 3/2010
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„Gerasko d’aiei polla didaskomenos“. Mit diesen Worten charakterisierte der altgriechische Philosoph Solon (ca. 640–560 v. Chr.) kurz vor seinem 80. Lebensjahr sein Alter: „Ich werde alt und lerne stets noch vieles hinzu.“ Wenn diese Aussage am Beginn der Geburtstagsgrüße an Frau Lehr steht, so nicht (nur) deswegen, weil diese am 5. Juni 2010 ihren 80. Geburtstag feiert, sondern (auch und) vor allem deswegen, weil mit diesen Worten ein Lebensprinzip ausgedrückt wird, das auch für sie charakteristisch ist: Der Mensch ist in allen Lebensphasen – zumindest der Möglichkeit nach – ein Lernender, aber auch ein Wühler. „Das Denken ohne Geländer“, wie dies einmal Hannah Arendt ausdrückte, die Freiheit in der Entwicklung und Ausformulierung von Ideen darf vom Individuum, zumal wenn dieses Wissenschaftlerin ist, nicht aufgegeben werden. Diese grundlegende Haltung hat Frau Lehr in der gedanklichen Auseinandersetzung und im Diskurs (produktiven Streit) mit jenen akademischen Lehrern ausgebildet, die sie besonders geprägt haben: Hans Thomae, der Fels in der Brandung ihres wissenschaftlichen Tuns (in späteren Jahren auch der Fels ihres ganz persönlichen Lebens) und Erich Rothacker (der bereits einer der akademischen Lehrer von Hans Thomae gewesen war und diesen – wie auch Frau Lehr – für die Analyse des Alterns, vor allem in seiner mehrdimensionalen Gestalt, zu begeistern verstand). Und diese grundlegende Haltung hat sie auch den Studierenden, hat sie auch ihren Assistenten vermittelt, mitgegeben (Abb. 1). …Anzeige