01.02.2012 | Editorial
Diabetes
Von einer seltenen Erkrankung zum Volksleiden
Erschienen in: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie | Ausgabe 2/2012
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Diabetes mellitus gehört heutzutage zu den großen Volkskrankheiten. Historisch gesehen wurden die Symptome von Diabetes mellitus erstmalig vom griechischen Arzt Galen (129–200 n. Chr.) als sehr seltene Erkrankung beschrieben. Diese wurde als Problem der Niere dargestellt, was bis ins 19. Jahrhundert Bestand hatte. Der Name Diabetes leitet sich vom griechischen Wort „diabainein“ (eine Art Siphon bzw. Heber, durch den Flüssigkeit fließt) ab und steht für den starken Harndrang der Diabetiker. Mellitus kommt vom griechischen Wort „meliotos“ und bedeutet honigsüß. Den so gemeinten süßen Geschmack von Urin des Diabetikers beschrieb Avicenna (980–1037). Paul Langerhans entdeckte im 19. Jahrhundert die nach ihm benannten Inseln der Bauchspeicheldrüse, die erst später als Insulin produzierende Zellen erkannt wurden. Die nachfolgende Entdeckung, dass deren experimentelle Entfernung Diabetes bewirkte, war die Grundlage der Suche von Frederick Banting nach der Wirksubstanz. 1921 konnte Banting Insulin isolieren und so die Basis aller Therapien des Diabetes schaffen. …Anzeige