01.06.2014 | Originalien
Wohnmobilität im Alter
Altersgerechtes Wohnen als primärpräventive Strategie
Erschienen in: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie | Ausgabe 4/2014
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Hintergrund
Ungünstige Wohnbedingungen im Alter haben negative physische, psychische und soziale Auswirkungen und bergen eine erhöhte Institutionalisierungsgefahr. Ziel dieser Studie ist die Untersuchung der Umzugsbereitschaft zugunsten altersgerechter Wohnumwelten versus Sesshaftigkeit im Alter.
Methoden
Insgesamt 103 ältere Frauen und Männer wurden prospektiv zur Umzugsbereitschaft („face to face“) befragt. Zusätzlich zu einigen bekannten Prädiktoren der Wohnmobilität wurden Angaben zur objektiven Wohnsituation erhoben. Die Stichprobe wurde bi- und multivariat ausgewertet.
Ergebnisse
Der Anteil der Nichtumzugsbereiten („Stayers“) übersteigt mit 70,9 % den der Umzugsbereiten („Movers“; 29,1 %). Ältere Befragte sind mit ihrer Wohnsituation zufriedener und neigen weniger zum Umzug. Der Beitrag liefert empirische Hinweise zum Zufriedenheitsparadox bezüglich des Wohnens und zum Stellenwert des subjektiven Wohnerlebens für die Lebensqualität im Alter.
Schlussfolgerung
Zeitgemäße Wohnberatung muss stärker als bisher die Pluralität von Bedarfs-, Bedürfnis- und Lebenslagen älterer Menschen abbilden. Hierfür wird empfohlen, das bislang dominierende Paradigma des „aging in place“ kritisch zu hinterfragen.
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