01.10.2003 | Weiterbildung – Fortbildung
Schlaganfallbehandlung auf der Stroke Unit
Was der Notarzt wissen muss
Erschienen in: Notfall + Rettungsmedizin | Ausgabe 6/2003
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Die Behandlung des Schlaganfalls konnte Ende der 1990er Jahre durch Einführung der Thrombolysebehandlung und Verbreitung von Schlaganfallspezialstationen (Stroke Units) verbessert werden. Pathophysiologisch wichtig ist das sog. Penumbrakonzept. Danach besteht um den Hirninfarktkern eine Zone, welche bei erhaltenem Struktur- und erloschenem Funktionsstoffwechsel potenziell revitalisierbar ist. Das Ziel der Schlaganfallakutbehandlung ist damit, diese Zone zu retten. Als Grundsatz gilt daher "time is brain", wobei v. a. die ersten 6 h entscheidend sind. Somit ist der Schlaganfall als medizinischer Notfall und Notarzteinsatzdiagnose anzusehen. Der Notarzt kann allerdings neben dem raschen Transport in das nächste geeignete Krankenhaus keine spezifische Therapie durchführen. So sind ASS- oder Heparingaben im Notarztwagen nicht indiziert, da präklinisch nicht zwischen Hirnblutung und -infarkt unterschieden werden kann und weitere Therapieoptionen dadurch versperrt werden können. Der Notarzt sollte Blutzucker, Körpertemperatur und Flüssigkeitshaushalt normalisieren. Nur bei wiederholten Blutdruckwerten >220/120 mmHg sollte eine dosierte Blutdrucksenkung zu hochnormalen Werten (nicht <180 mmHg) unter Vermeidung von Vasodilatatoren (zu bevorzugen ist Urapidil) erfolgen. Eine O2-Zufuhr ist individuell unter pulsoxymetrischer Kontrolle vorzunehmen. Nachfolgend werden die frühen klinischen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten des Schlaganfalls erläutert.
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