Verbände aus der Pflegebranche haben einen gemeinsamen Forderungskatalog an die künftige Bundesregierung formuliert. Zur Stärkung der Pflege soll es auch einen Staatsminister im Kanzleramt geben.
Einen Tag nach der Bundestagwahl betonen der Bundesverband Pflegemanagement, der Deutsche Pflegeverband (DPV), der Katholische Pflegeverband und der Verband der Pflegedirektoren der Unikliniken (vpu), dass die Herausforderungen in der Pflege eine zentrale Aufgabe der neuen Bundesregierung sein müssen.
Vier Kernforderungen
Mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen haben die Verbände am Montag einen gemeinsamen Forderungskatalog vorgestellt. Priorität haben demnach:
- Die Anerkennung und der Ausbau pflegerischer Kompetenzen,
- eine zukunftsorientierte Personal- und Ausbildungspolitik,
- die institutionelle Stärkung der Profession Pflege
- sowie eine sichere Finanzierung der Gesundheitsversorgung und stabile Versorgungsstrukturen.
Um die Pflege institutionell zu festigen, soll nicht nur die berufliche Selbstverwaltung gestärkt werden. Die Verbände fordern auch die Einsetzung eines Staatsministers für Pflege im Kanzleramt sowie ein eigenes Leistungsrecht für Pflegefachpersonen.
Sarah Lukuc, Vorsitzende des Bundesverbandes Pflegemanagement betonte: „Diese Maßnahmen müssen sich in einem Koalitionsvertrag wiederfinden.“
Wachstumsbranche Gesundheitswirtschaft
Um ihre Forderungen zu unterstreichen, verweisen die vier Verbände auf die „erhebliche ökonomische Bedeutung“ der Gesundheitswirtschaft für den Standort Deutschland mit einer Bruttowertschöpfung von knapp 435,5 Milliarden Euro. Die Gesundheitswirtschaft sei weiterhin eine „Wachstumsbranche auf Expansionskurs“. Das finde in der öffentlichen Diskussion jedoch zu wenig Beachtung, heißt es.
In Deutschland sind allein 6 Mio. Menschen im Gesundheitswesen beschäftigt. Davon stellt die professionelle Pflege mit 1,8 Mio. Beschäftigten die größte Berufsgruppe dar. (ne)