01.12.2012 | Übersicht
Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus
Literaturübersicht zu Prävalenz und Einweisungsgründen
Erschienen in: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie | Ausgabe 8/2012
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Menschen mit Demenz, die im Krankenhaus behandelt werden, benötigen eine auf ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnittene Behandlung. Die derzeitigen strukturellen Rahmenbedingungen und standardisierten Behandlungsabläufe stehen den Bedürfnissen demenziell erkrankter Menschen nach Vertrautheit und Orientierung häufig entgegen. Für die Entwicklung demenzspezifischer Versorgungskonzepte ist es wichtig zu wissen, wie groß der Anteil der Menschen mit Demenz an der Anzahl der Krankenhauspatienten insgesamt ist und welche Diagnosen zur Einweisung führen. Die Ergebnisse der Literaturanalyse zeigen Prävalenzraten, die von 3,4% bis 43,3% reichen. Die Wahrscheinlichkeit bzw. das Risiko, im Krankenhaus behandelt zu werden, ist für Menschen mit Demenz zwischen 1,4- und 3,6-mal größer als für nicht demenziell erkrankte Menschen. Auch die Einweisungsgründe sind für beide Gruppen unterschiedlich. Menschen mit Demenz werden häufiger wegen Infektionen, Frakturen oder ernährungsbedingter Störungen im Krankenhaus behandelt als Menschen, die nicht an Demenz erkrankt sind. Diese Ergebnisse lassen einen Bedarf an sektorenübergreifenden Behandlungsansätzen vermuten und verweisen auf die Notwendigkeit weiterer Forschungen zur Schaffung einer verlässlichen Datenbasis.
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