Zusammenfassung
Der Nachweis von Infektionserregern stellt einen wesentlichen Teil der ärztlichen Tätigkeit dar. Neue Infektionserreger und Risikofaktoren für Infektionen, veränderte Epidemiologien und die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen erfordern eine laufende Weiterbildung in der Infektiologie für ein sicheres und effizientes Management von Infektionen. Aber auch die diagnostischen Verfahren werden ständig weiterentwickelt, um eine spezifischere und schnellere Diagnostik zu ermöglichen. Für eine erfolgreiche Therapie und die Begrenzung der Weiterverbreitung von Infektionen benötigt der Arzt auch die Kenntnis der diagnostischen Möglichkeiten und Limitationen. Die infektiologische Diagnostik ist ein komplexer Prozess, der bereits mit der Anamneseerhebung und der körperlichen Untersuchung beginnt. Ergibt sich ggf. der Verdacht auf eine Infektion, werden meist Laboruntersuchungen notwendig, um den Erregernachweis zu führen. Durch die Untersuchung von Untersuchungsmaterialien des Patienten im Labor soll die Verdachtsdiagnose gestützt bzw. wenn möglich sogar gesichert werden. Darüber hinaus gibt es auch ohne das Vorliegen einer akuten Infektionssymptomatik eine Reihe von Indikationen zur Labordiagnostik. Fehler bei der Entnahme, der Lagerung oder des Transports einer Probe können das Ergebnis der Untersuchung jedoch stark verfälschen oder den Nachweis einzelner Erreger sogar unmöglich machen. In diesem Kapitel werden daher für die Präanalytik wichtige Gesichtspunkte behandelt.