01.06.2003 | Psychologie/Psychiatrie
"Der hilflose Helfer"
Zum Umgang mit traumatischen Belastungen im Rettungsdienst
Erschienen in: Notfall + Rettungsmedizin | Ausgabe 4/2003
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Belastungen für Rettungsdienstmitarbeiter entstehen nicht nur durch Katastropheneinsätze sondern auch durch alltägliche Routineeinsätze. Häufig bleiben betroffene Helfer mit ihrer traumatischen Belastung allein und finden keine institutionelle Hilfe. Erst in jüngster Zeit werden diese Belastungen angemessen wahrgenommen und in ihrer Relevanz diskutiert. Neuere Forschungsergebnisse der Psychotraumatologie bilden die Grundlage für ein umfassendes Wissen zu reaktiven Belastungssyndromen. Rezidivierende traumatische Belastungen können danach einen kumulativen Effekt im Sinne einer Sensibilisierungsreaktion haben. Typische Symptome der akuten und posttraumatischen Störungen werden im vorliegenden Beitrag skizziert und zugehörige psychophysiologische Befunde dargestellt. Die Kenntnis der berufsspezifischen Stressoren führt zu Überlegungen, wie eine angemessene Stressbewältigung erreicht werden kann. Hilfreich sind dabei Schulungen zum Stressmanagement aber auch eine Veränderung im Selbstbild der Helfer. Auf Organisationsebene sind Konzepte zur Einsatznachsorge ebenso zu entwickeln wie die Zusammenarbeit mit spezialisierten Traumaambulanzen.
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