01.06.2012 | Originalarbeit
Das geriatrische Basisassessment in der Hausarztpraxis
Erschienen in: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie | Ausgabe 4/2012
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Hintergrund
Assessmentverfahren zur standardisierten Erfassung von Gesundheitsproblemen älterer Menschen sind im stationär-geriatrischen Sektor gut etabliert. Über die Akzeptanz des geriatrischen Basisassessments (GBA) in Hausarztpraxen dagegen ist bisher wenig bekannt.
Methoden
Es wurden eine qualitative Befragung durch Leitfadeninterviews und eine quantitative Befragung anhand eines Onlinefragebogens durchgeführt.
Ergebnisse
Insgesamt 17 Hausärzte (7 Frauen, 10 Männer) aus Hannover erklärten sich zu einem Interview bereit; 161 Ärzte (27 Frauen, 134 Männer) aus ganz Niedersachsen nahmen an der Onlinebefragung teil. Hausärzte führen das GBA in erster Linie durch, um einen Verdacht auf kognitive Veränderungen zu objektivieren. In den meisten Praxen werden insgesamt nur wenige (5–10) GBAs pro Quartal durchgeführt. Obwohl Hausärzte, die das GBA einsetzen, der Ansicht sind, dass dies auch Auswirkungen auf den weiteren Behandlungsverlauf habe, nennen sie nur selten konkrete Interventionen nach einem Assessment. Die eingesetzten Instrumente stimmen nicht immer mit den Empfehlungen der entsprechenden Leitlinien überein. Hausärzte, die das GBA nicht durchführen, geben an erster Stelle den hohen Zeitaufwand als Hinderungsgrund an.
Schlussfolgerung
Das oligodimensionale GBA findet bisher wenig Einsatz in hausärztlichen Praxen. Eine Definition von Testinstrumenten, die besonders für hausärztliche ältere Patienten geeignet sind, ist bisher nicht vorgenommen worden.
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