01.06.2014 | CME Zertifizierte Fortbildung
Beginnende Demenz und Fahreignung
Teil 2: Das Assessment und seine praktischen Konsequenzen
Erschienen in: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie | Ausgabe 4/2014
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Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie die verkehrspsychologischen und statistischen Grundlagen wurden in Teil 1 dargestellt. Sicheres Autofahren hängt von unterschiedlichen sensorischen und psychischen Prozessen ab, die auf komplexe Weise ineinandergreifen. Aufgrund physiologischer Veränderungen, vor allem aber im Zusammenhang mit einer Vielzahl von Erkrankungen nimmt die Leistungsfähigkeit in diesen Funktionsbereichen im Alter ab. Während in fortgeschrittenen Demenzstadien Fahreignung sicher nicht mehr gegeben ist, kann sie in leichten Stadien noch eine Zeitlang erhalten sein. Verschiedene Zugangswege und Untersuchungsverfahren stehen zur Verfügung, es gibt jedoch keinen Einzeltest, der die Frage der Fahreignung bei beginnender Demenz definitiv beantworten könnte. Das kognitive Leistungsniveau allein ist nicht ausschlaggebend. Eine Abklärung im Hinblick auf weitere Risikofaktoren sowie eine Einschätzung des allgemeinen Funktionsniveaus sind zusätzlich erforderlich. Wird eine Demenz diagnostiziert, muss die Frage der Fahreignung zeitnah mit dem Patienten besprochen werden, weil im Verlauf der Demenz die Fahreignung zwangsläufig verloren gehen wird. Der Arzt darf das Ergebnis der Fahreignungsuntersuchung nicht wie einen Urteilsspruch verkünden, sondern muss den Patienten und seine Familie auf dem schweren Weg zum Verzicht auf das Autofahren begleiten.
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