01.06.2014 | Kommentare
Alterstraumatologie in Deutschland
Vom Traum zum Trauma und zurück
Erschienen in: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie | Ausgabe 4/2014
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Sturz, Osteoporose und Fraktur sind im Alter eine häufige Kombination. Hieraus resultieren allein in Deutschland u. a. mehr als 125.000 Schenkelhalsfrakturen im Jahr [1] und die Zahl wird weiter ansteigen [2] oder zumindest auf hohem Niveau verbleiben [3]. Die Mortalität ist außerordentlich hoch. Abrahamsen et al. [4] berichtet von Mortalitätsraten zwischen 8,4 und 36 %. Das norwegische Register NOREPOS weist eine für Männer um das 4,6-fache und für Frauen eine um das 2,8-fache gesteigerte Mortalität nach 12 Monaten auf [5]. In Dänemark lag die Sterblichkeit nach einem Jahr für Männer bei 37,1 % und bei Frauen bei 26,4 % [6]. In einer Metaanalyse von 24 Studien, die 578.436 Frauen und 154.276 Männer umfasste, wurde eine um den Faktor 5 bis 8 gesteigerte Mortalität ermittelt. Nicht nur die ersten 3 Monate mit einer Mortalitätssteigerung von 5,75 (95 % CI, 4,94–6,67) für Frauen und 7,95 (95 % CI, 6,13–10,30) für Männer sind bedeutsam, sondern eine erhöhte Mortalität war auch nach 10 Jahren für Frauen mit 22 % und für Männer mit 20 % nachweisbar [7]. In Abhängigkeit vom prämorbiden Zustand sind die Verläufe nach Fraktur mit einem hohen Risiko für Nichtwiedererreichung der funktionellen Fähigkeiten [8] und einem Transfer in ein Pflegeheim [9] verbunden. …Anzeige